Hundebetreuung Melanie Barbian
Hundebetreuung Melanie Barbian

Die Zeckenzeit hat begonnen

                       Gefahr für Mensch und Hund

 

 

 

Kaum wird es langsam wärmer und Mutter Natur erwacht zu neuem Leben, melden sich auch die verschiedensten Parasiten wieder zurück, wie Zecken, Mücken, Flöhe, Milben, Läuse, Haarlinge, Würmer oder Kokzidien.

 

Die meisten sind sehr klein und fallen nicht sofort auf. Erste sichtbare Anzeichen eines Befalls sind daher häufig erst untypische Reaktionen unserer Haustiere. Deshalb sollte man immer ein wachsames Auge für die Veränderungen Ihres Gesundheitszustandes, Appetits und Verhaltens haben. Da Infektionen bei Nichtbehandlung einen schweren bis hin zu tödlichen Verlauf nehmen können, gilt es bei verdächtigen Anzeichen in jedem Fall den Tierarzt aufzusuchen.

 

Blutsaugende Parasiten, wie die heimische Zecke, können Krankheiten übertragen, indem Infektionserreger durch einen Biß vom Parasit in den Körper des Wirtes überwechseln. Ist das erstmal passiert, hilft auch die anschließende Entfernung des Parasiten nichts mehr. Die Infektionserkrankungen können für Tiere lebensbedrohlich werden und in manchen Fällen sind auch wir Menschen gefährdet. Jedoch ist hierbei zu berücksichtigen, dass nur ca. 2% der Zecken in den Risikoregionen wirklich infektiös sind, d.h. nur jeder 50. bis 100. Biss führt zu einer Erkrankung.

 

Weltweit sind rund 900 Zeckenarten bekannt, in Deutschland ist der Gemeine Holzbock am meisten verbreitet. Er lebt vorzugsweise an Waldrändern, an Lichtungen oder an Bächen, aber auch in Gärten oder Parks.

 

Der Stechapparat der Zecke ist mit Widerhaken besetzt, mit denen sie sich an ihrem Wirt festkrallt. Deshalb ist es schwierig, sie wieder aus der Haut zu entfernen. Aber je länger sie sich festsaugt, umso größer ist das Infektionsrisiko.

 

Die richtige Technik der Zeckenentfernung ist dabei sehr wichtig. Zecken sollten beim Entfernen nicht gequetscht werden, denn dann spucken sie noch einmal kräftig in den Wirt und übertragen womöglich in letzter Sekunde Krankheitserreger. Auch muss wirklich die gesamte Zecke - mitsamt Kopf - entfernt sein, sonst kann sich die Einstichstelle entzünden.

 

Am besten entfernt man sie daher mit einer Zeckenzange, Zeckenkarte oder mit den Fingern. Aber sollte man dabei nun ziehen oder drehen? Eines vorneweg: Zecken haben kein Gewinde! Sie besitzen Mundwerkzeuge, die – wie bereits erwähnt - mit Widerhaken versehen sind. Sie werden deshalb herausgehebelt und nicht herausgedreht! Lässt das Tier nicht los, sollte man dreißig Sekunden leichten Zug ausüben, bis der Blutsauger loslässt und sich abnehmen lässt. Sollte man allerdings unsicher sein bei der Handhabung oder der Hund hat sich die Zecke am Auge oder an sonstigen empfindlichen Körperstellen eingefangen, überläßt man die Entfernung lieber dem Tierarzt.

 

Auf Öl oder sonstige Hausmittel sollte man dabei aber tunlichst verzichten. Zwar ersticken die Tiere daran, aber bevor es so weit ist, erbrechen sie sich auch hierbei und infizieren ihren Wirt. Es kann zu Lähmungserscheinungen und Paralyse kommen.

 

Viele Erkrankungen bleiben aber auch erstmal unentdeckt. Oft treten Symptome erst mehrere Wochen nach dem Stich auf, schwere Erkrankungen erst Jahre danach - die Zecke ist dann schon längst vergessen! Auch sind die Hinweise auf eine Krankheit unspezifisch und schwer zuzuordnen. Müdigkeit, Grippegefühl, Gelenkschmerzen - jeder hat diese Symptome hin und wieder. Auch eine Blutuntersuchung ist wenig aussagekräftig, denn ein positiver Antikörpertiter beweist keine akute Infektion.

 

Nachdem nun die Zecke abgenommen wurde, kann es durchaus zu einer Hautrötung an der Einstichstelle kommen. Das Fehlen einer Rötung ist aber auch kein Beweis für das Ausbleiben einer solchen. Eine ringförmige Rötung der Haut um die Einstichstelle entwickelt sich nur in Dreiviertel der Borreliose-Infektionen. Deshalb sollte man sich nicht nur auf dieses Symptom verlassen. Bei Hunden wird diese Wanderröte allerdings selten beobachtet und ist ohnehin durch das Fell verdeckt.


Das rechtzeitige Entfernen der Zecke hilft natürlich, ist jedoch kein vollständiger Schutz. In der Regel werden z.B. die Erreger der Borreliose erst frühestens nach 16 Stunden übertragen. Es häufen sich aber auch Hinweise auf Infektionen schon nach kurzer Saugphase. So werden die Bakterien der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) generell schon unmittelbar nach dem Stich übertragen.

 

Doch Vorbeugung gegen Zeckenbisse ist natürlich möglich: Man kann sich als Mensch gegen die Virusinfektion FSME impfen lassen. Doch auch ohne dies ist es möglich, sich vor Bissen weitgehend zu schützen.

 

So sollte man es vermeiden, mit unbedeckter Haut durch hohes Gras zu laufen oder gar durchs Unterholz zu kriechen. Am besten zieht man möglichst helle und großflächig bedeckende Kleidung an. So erkennt man oft sehr schnell, ob sich die winzigen Krabbeltierchen bereits auf den Textilien niedergelassen haben. Festes Schuhwerk sollte beim Spaziergang durch die freie Natur selbstverständlich sein. Auch, wer sich mit entsprechendem Insektenspray einsprüht, hält Zecken meist wirkungsvoll auf Distanz, denn die Tierchen mögen diesen Geruch nicht. Dennoch ist es bei allen Vorsichtsmaßnahmen ratsam, den Körper nach einem Aufenthalt in der Natur nach Zecken abzusuchen.


Gleiches gilt natürlich auch für den Hund. Bitte suchen sie ihn nach jedem Spaziergang gründlich ab und kämmen vor allem langhaarige Rassen vorsichtig durch. Dabei lassen sich oftmals die auf dem Hund umherkriechenden Zecken noch vor dem Einstich entfernen.

 

Auch beim Vierbeiner gilt, dass einige Infekte erst nach Stunden übertragen werden. Deshalb sollten festgesogene Zecken schnellstmöglich entfernt werden.

 

Jeder Hund kann von Zecken befallen werden, aber die Anfälligkeit ist von Hund zu Hund und von Rasse zu Rasse tatsächlich verschieden. Tendenziell werden Hunde mit sehr kurzen Haaren natürlich weniger von Zecken befallen, als Langhaar-Rassen. Wer also nicht gerade einen zeckenunempfindlichen, ultrakurzhaarigen oder gar Nackthund hat, auf dem jede Zecke sofort zu sehen ist, hat die Verantwortung und Pflicht, seinen Hund zu schützen.

 

Durch Zecken verursachte Infektionskrankheiten des Hundes können sein Anaplasmose, Babesiose, Borreliose, Ehrlichiose, Frühsommer-Meningoenze-phalitis (FSME) und Hepatozoonose.

 

Gegen die Folgen einer Borreliose kann der Hund geimpft werden, da selbst bereits damit infizierte Tiere keinen eigenen Schutz in Form von Antikörpern entwickeln können. Allerdings wird eine Impfung nicht von allen Tierärzten uneingeschränkt empfohlen. Zwar werden die gebildeten Antikörper auch auf die Zecke übertragen und der Erreger abgetötet, aber Hunde, die schon einmal mit dem Erreger in Kontakt kamen und danach geimpft wurden, entwickelten zum Teil lebensbedrohliche Nierenentzündungen.

 

Die Impfung sollte am besten noch vor Beginn der Zeckensaison (also am besten sofort) erfolgen. Dem Hund werden dazu zwei Impfdosen innerhalb von drei Wochen verabreicht. Die erste Auffrischungsimpfung erfolgt nach sechs Monaten. Um einen dauerhaften Schutz zu gewährleisten, empfehlen sich jährliche Wiederholungsimpfungen.

 

 

Zeckenschutz

 

Es gibt grundsätzlich drei Arten von Zeckenschutz: Biologische Mittel, chemische Produkte, die man im Fachhandel bekommt, und medizinische, die nur über den Tierarzt erhältlich sind (lassen sie mich an dieser Stelle anmerken, dass die Wirksamkeit der Mittel in der gleichen Reihenfolge ansteigt).

 

 

Biologische Mittel

Wenn die sog. biologischen oder natürlichen Zeckenmittel tatsächlich Wirkung zeigen, hängt dies meist nicht vom Mittel ab, sondern vom Hund. Manche sind tatsächlich relativ unempfindlich und brauchen deswegen auch einen geringeren Schutz. Unter diese Mittel fallen verschiedene Öle, wie z.B.Teebaumöl, Geranienöl, Lavendelöl, Kokosöl, aber auch Knoblauchpräparate, Kräuter- oder Bernsteinhalsbänder. All diese Zeckenmittel sind allerdings fast wirkungslos. Im besten Fall besteht bei ätherischen Ölen ein äußerst kurzfristiger und geringer Schutz – mehr aber auch nicht.

 

 

Zeckenschutz aus dem Fachhandel

Es sind entweder Zeckenhalsbänder oder sog. „Spot-ons“. Viele von diesen, von denen es mittlerweile unzählige gibt, weisen eine mittlere bis stärkere Wirkung auf. In den meisten Fällen wird der Wirkstoff vom Hund aufgenommen – entweder über das Fell oder über die Fettschicht der Haut. Die Wirkstoffkonzentration der frei verkäuflichen Mittel ist allerdings deutlich geringer als die, die nur über einen Tierarzt vertrieben werden dürfen. Entsprechend geringer ist auch die Wirkung. Viele der frei verkäuflichen Zeckenschutzmittel sind zudem Bienen- und Fischgifte.

 

 

Zeckenschutzmittel vom Tierarzt

Hier sprechen wir von medizinischen Produkten mit einem entsprechend hohen Anteil an Wirkstoffen. Auch in diesem Bereich gibt es Halsbänder (die bekanntesten sind Seresto und Scalibor) oder Spot-On´s (die bekanntesten sind Exspot und FrontLine). Die Wirksamkeit dieser Produkte ist deutlich stärker als die frei verkäuflichen. Allerdings sind auch die Nebenwirkungen deutlich stärker.

Als Alternative zu den äusserlich anzuwendenden Produkten gibt es eine Kautablette (Bravecto) welche den Hund drei Monate vor Zecken schützen soll und ungefährlich für die Umwelt ist. Das Argument, dem Hund mit der Gabe dieser Mittel nun keine chemische Keule verabreichen zu wollen, ist natürlich verständlich – aber: Sollte ein Hund von einer Zecke gebissen werden und erkranken, so wird durch die darauffolgende medikamentöse Behandlung ein Vielfaches an Chemie verabreicht werden, als durch einen wirksamen Zeckenschutz – von den Langzeitfolgen mal ganz abgesehen.

 

 

Wir sind veterinäramtlich überprüft und genehmigt nach

§ 11 TSchG.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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